Einsatzwoche im Saasertal 2010
"Wir sind nächstes Jahr wieder dabei!" "Alles Gute bis zur nächsten Saastalwoche", So etwa verabschiedeten sich die elf Frauen und Männer aus unseren Kirchgemeinden voneinander. Wir hatten es gut zusammen. Schon die Begrüssung nach dem Eintrudeln war herzlich. Schön, dass uns auch die saastalerfahrene Thurgauer Gruppe mit ihren handwerklich sehr geschickten Fachleuten willkommen hiess. Das Ehepaar Gysel hielt gediegene Wohneinheiten bereit und das sonntägliche Abendessen liess erahnen, dass Übergewichtsprobleme lediglich durch vermehrten Arbeitseinsatz zu lösen sein würden. Und so kam es auch. In zwei Gruppen zogen wir Alten los, um die Bergwelt zu verschönern. Diejenigen beim Fitnesparcours bauten Treppen, räumten Gelände und Wege, flickten Turngeräte und zersägten Baumstämme, auch solche die man in voller Länge hätte einbauen sollen. Ungebremster Eifer liess ein Werk entstehen, welches noch Generationen nach uns zum Wohle ihrer entschlackungsbedürftigen Wohlstandsgesellschaft dienen wird. Die zweite Gruppe wurde von einem offensichtlich gewerkschaftlich gesinnten Chauffeur gemächlich ins Wirkungsgebiet gefahren mit der Bemerkung, es gehe dann heimwärts schon etwas zügiger. Bestückt mit Werkzeug, mehrheitlich mit Rechen, kraxelten wir hangaufwärts. Steinbrocken und Geäst in Unmengen von Lawinenniedergängen abgelagert, galt es wegzutragen. Knochenarbeit. Und wie Pensionierte immer wieder zu pausenloser Höchstleistung auflaufen, um damit zu beweisen, noch lange mithalten zu können und nicht schlapp zu vergreisen. So war es nicht verwunderlich, dass dem einen oder andern abends beim Kartenspiel selbst gute Trümpfe aus den Fingern fielen. Mit jedem Tag wurde der Parcours fitter und die Alp sauberer. Da wird sich sommers die eine Herde freudevoll und sportlich elegant gekleidet auf der gepflegten Bewegungsanlage tummeln, während sich die zweite, aus furchterregend schwarzen Kampfkühen bestehende, eher jauchzend als muhend über die saftig grünen Alpweiden hermachen wird. So oder so, eine gelungene Aktion. Gute Gespräche bei der Arbeit, beim Essen und beim Spiel festigten die wertvollen Freundschaften und die gesunde Müdigkeit an Feierabenden sorgte für ein ganz besonderes Wohlgefühl. Besten Dank allen die dabei waren. Einer konnte leider nicht mehr dabei sein. Ernst König wurde vor wenigen Wochen ein Opfer des Verkehrs. Christoph Gysel hat ihn bei einem seiner gehaltvollen Morgengebete gewürdigt. Nun wieder hinein in den Alltag, ohne Rechen, Locheisen und Motorsäge, dafür mit der Gewissheit, dass sich eine erneute Gelegenheit zu einem Einsatz ergeben wird.
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