Florian Stern, Meisterschwanden
"Dank dem Glauben weiss ich, warum ich lebe. Er gibt mir Trost und Zuversicht – und die Aussicht, einmal bei meinem Schöpfer wohnen zu dürfen.“
Aufgewachsen bin ich in einem christlichen Elternhaus. Meine Eltern zeigten mir was es heisst, bedingungslos auf Gott zu vertrauen. Ich glaube, auch daher habe ich immer ein „Ur-Vertrauen“ gegenüber Gott gehabt, dass er mein Leben führt und „im Griff“ hat.
Konkrete Erlebnisse mit Gott, die ich gemacht habe? - Ich weiss, dass Gott mich täglich begleitet, aber trotzdem habe ich oft Mühe, konkret darauf zu antworten. Aber es gibt solche tiefen Spuren, die er in meinem Leben hinterlassen hat!
Denn schaue ich zurück auf meine Schul- und Berufswahlzeit, so staune ich im¬mer neu darüber, wie Gott mich damals geführt hat. Ich war ein schlechterer Bezirks¬schüler, und nach der 3. Klasse musste ich von der Schule – ohne Abschluss. Eine Wo¬che später begann ich „in der Not“ eine KV-Lehrstelle, zu der ich auch „nur durch ein Wunder“ ge¬kom¬men bin. Und ich weiss noch: Als ich die Stelle antrat, wusste ich nichts über den Beruf, den ich im Begriff zu erlernen war. Rückwirkend betrachtet war es aber genau derjenige, der meinen Gaben voll und ganz entsprochen hat.
Oder die Sache, wie ich meine Frau kennen gelernt habe! Ich wohnte – mittlerweile knapp 30 Jahre alt – in der Nähe von Olten, wo ich von 1997 bis 2000 studierte. Gegen Ende des Studiums machte ich mir immer intensiver darüber Gedanken, was Gott wohl mit meinem Leben im Schilde führte. Denn ich war seit vielen Jahren Single, sehnte mich aber eigentlich danach, eine Familie zu haben. So klagte ich damals Gott oft mein Leid. Ich sagte ihm zwar, dass ich seinen Willen respektieren würde, aber ich aber halt schon gerne…usw. Es kam der Studiumsabschluss mit einigen sehr intensiven Wochen (ich war immer noch nicht der Superschüler). Und dann – um es kurz zu machen – meldete sich kurz nach meinem Studienabschluss meine zukünftige Frau per Email (!) bei mir (wohl gemerkt: ich hatte mich nicht bei einer Partnervermittlung registriert!). Wir erlebten in den anschliessenden Wochen und Monaten (in den ersten fünf Wochen nur per Email) eine Zeit intensiven Kennenlernens. Die Frage, ob ich das Studium auch ge¬schafft hätte, wenn das Email ein paar Wochen früher mitten im Prüfungsstress gekom¬men wäre, bleibt unbeantwortet – aber ich glaube es nicht! Ich bin Gott einfach dankbar, dass er dies damals so genial geführt und mir auf diese besondere Weise eine wunder¬bare Frau und Familie geschenkt hat!
Eben – das mit den konkreten Erlebnissen… Es ist heute ein grosses Bedürfnis von mir, dass ich Gott auch im „grauen Alltag“ besser spüren, immer mit ihm „online“ sein kann. Und doch fällt es mir so schwer, die wichtigsten Bedingungen dafür regelmässig zu er¬füllen, nämlich in der Bibel, seinem Wort, zu lesen und Gemeinschaft mit ihm zu pflegen. Das macht mich oftmals traurig. Und manchmal gebe ich die Hoffnung fast auf, dass ich es mal noch schaffe. Aber dann dringt doch immer wieder auch die Gewissheit durch, dass er mich bedingungslos liebt, und es nicht darauf ankommt, wie ich denke und fühle. Seine Verheissungen gelten – sie sind sozusagen in Stein gemeisselt – für alle, die an ihn glauben. Da ist es wieder, dieses „Ur-Vertrauen“.
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